María José Concha Sahli

Movimientosde Tierra

Bewegter Grund

Daten
6.–11. November 2026
Ort
Material Zürich, Zürich
Ausstellung
Zur Ausstellung

Ausstellung

Movimientos de Tierra ist das Schweizer Kapitel von Geografía de Color – der Forschung, die María José Concha Sahli seit zwanzig Jahren der Frage widmet, wie wir Territorium durch Farbe, Geste und geschichtete Oberflächen wahrnehmen. Zwischen Anden und Alpen angesiedelt, denkt die Ausstellung das Gebirge als geologischen Körper und die Migration als eine weitere Bewegung des Bodens.

Daten
6.–11. November 2026
Vernissage
6. November 2026
Ort
Material Zürich, Zürich

Geografía de Color

Geografía de Color ist die Forschungslinie, die das Werk von María José Concha Sahli seit über zwanzig Jahren durchzieht. Sie geht von einer Hypothese aus: Wir nehmen die Territorien, die wir bewohnen, über Farbe, Geste und die Schichtung von Oberflächen wahr – und verstehen sie so. Farbe ist nicht die Darstellung von Landschaft; sie ist die Form, in der sich die Landschaft in den Körper derer einschreibt, die sie betrachten.

«Die Landschaft übersetzt sich in Malerei, und die Malerei übersetzt sich in das Wesen der Landschaft.»

María José Concha Sahli

Das Projekt

Movimientos de Tierra vereint zwei grossformatige Gemälde, eine Gruppe von Siebdrucken und ein Künstlerbuch in Leporello-Form. Alle Werke entstanden während des Übergangs von Chile in die Schweiz (2023–2026) und berühren nun erstmals Schweizer Boden. Das Gebirge ist die wiederkehrende Figur – nicht als topografisches Motiv, sondern als geologischer Körper, in Beziehung gesetzt zum menschlichen Körper, der es betrachtet, und zur Migrationsbewegung selbst.

Durch Farbe, Geste und geschichtete Oberflächen begreift das Werk das Gebirge als Schicht – geologisch, biografisch, zeitlich – und die Bewegungen, die es bewohnen (der Gletscher, der sich löst, die Verwerfung, die sich öffnet, der Körper, der migriert), als Erscheinungsformen ein und derselben Materie in Bewegung. Ré-habiter la Lumière (2025), das erste Gemälde, das die Künstlerin nach ihrer Ankunft in der Schweiz schuf, wirkt in der Ausstellung als Brücke zwischen jenem Davor und diesem Jetzt.

Konzept

In Movimientos de Tierra ist die Oberfläche kein Fenster zur Landschaft: Sie ist der Ort, an dem Landschaft sich erst bildet. Jede Farbschicht, jeder Druckgang des Siebdrucks, jeder im Zug gezeichnete Strich ist ein Stratum – eine Ablagerung von Zeit und Entscheidung –, das die geologische Zeitlichkeit des Gebirges mit der kurzen Zeitlichkeit der Geste in Beziehung setzt, die sie festhält. Der Berg erscheint als scheinbar stoischer Körper, der dennoch bebt, und menschliches Handeln ist ihm nicht fremd: Es verändert ihn, zeichnet ihn, bewohnt ihn.

Die vier Serien entfalten diesen Gedanken in unterschiedlichen Registern: die Malerei als frontal gesehener Körper, der Siebdruck als tektonische Faltung, in der jeder Druckgang eine neue Form eröffnet, das Leporello als Linie, die sich an der Wand entfaltet. Die Ausstellung bietet kein Porträt der Anden- oder Alpenlandschaft, sondern ein Hinhören – auf die Materie, auf das Territorium und auf den Körper, der vor dem Werk erkennt, dass auch er Teil dieser Bewegung ist.

Rahmenprogramm

In Zusammenarbeit mit Integrarte: Gespräch mit der Künstlerin, Workshop und/oder Begegnungen der Kulturvermittlung. Detailliertes Programm folgt.

Werke

Serie 01

Ré-habiter la Lumière

2025 · Mischtechnik auf Leinwand

Das erste Gemälde, das nach der Ankunft in der Schweiz entstand, im Rahmen der gleichnamigen Residenz-Ausstellung in Vevey (Collectif Papillon). Hier wirkt es als Brücke: zwischen der mitgebrachten Landschaft und jener, die erst betrachtet zu werden beginnt – zwischen Anden und Alpen als ein und derselben Frage.

Ré-habiter la Lumière, 2025, Gemälde von María José Concha Sahli: ein Berghang in Zinnober und Orange unter graugrünem Himmel mit rosa Wolken.
Ré-habiter la Lumière, 2025Mischtechnik · Leinwand · 150 × 120 cm

Serie 02

Movimientos de Tierra

2026 · Öl auf Leinen

In der Waadt für diese Ausstellung entstanden. Die Oberfläche bewahrt die Geste in ihrer Chronologie: Was zuerst kam, bleibt darunter; was herabgetropft ist, bleibt als Spur des Augenblicks. Es ist das erste grossformatige Werk, das diesseits des Übergangs entstand; gemeinsam mit Ré-habiter la Lumière gliedert es die Hauptwand.

Movimientos de Tierra, 2026, Öl auf Leinen von María José Concha Sahli: ein Bergkamm in Umbra und Schwarz vor graugrünem Himmel, die Farbe läuft über die untere Hälfte der Leinwand herab.
Movimientos de Tierra, 2026Öl · Leinen · 135 × 120 cm

Serie 03

El paso de la Cordillera

2023–2024 · Siebdrucktinte auf Papier, fünf Unikate, Künstlerabzüge

2023 im Atelier Lautaro in Santiago begonnen, noch vor der Abreise. Jeder Siebdruck ist ein Unikat: Die Schichten verschieben sich, wie sich eine Geografie bildet, jeder Druckgang eröffnet eine neue Form innerhalb einer einzigen chromatischen Erzählung. Die Technik selbst denkt, was das Werk sagt – das Gebirge als Form, die sich wiederholt und sich doch nie identisch wiederholt.

Serie 04

Carnet d'artiste: Vevey–Lausanne

2025–2026 · Leporello (ziehharmonikaartig gefaltetes Buch), auf einem Wandbord entfaltet

Als eigenständiges Werk ist es zugleich ein Kompendium des Projekts: Es versammelt Ortswechsel, Beobachtungen, Prozesse und Bezüge. Das Leporello-Format wirkt in zwei Massstäben – als Objekt in der Hand und als durchgehender Fries – und überträgt die Logik des Werks in seine eigene Struktur: eine anhaltende Linie, die in Segmenten voranschreitet, mit Wendungen, Schichten und Pausen. Im Zug zwischen Vevey und Lausanne gezeichnet, macht es die Reise zur visuellen Sequenz.

  • Carnet d'artiste: Vevey–Lausanne, 2025–2026, von María José Concha Sahli im Zug gezeichnetes Leporello, aufgeschlagen.
  • Carnet Vevey–Lausanne, Seite: dichte Bänder in Rosa, Magenta und Petrol über einem orange-gelben Streifen.
  • Carnet Vevey–Lausanne, Seite: weit ausholende diagonale Striche in blauem Stift auf Weiss.
  • Carnet Vevey–Lausanne, Doppelseite: ein oranger Himmel über einer rosa gezeichneten Bergkette.
  • Carnet Vevey–Lausanne, Doppelseite: violette Schraffuren als Himmel über rosa und grünen Bergen.
  • Carnet Vevey–Lausanne, Seite: eine Graphitzeichnung von Gipfeln und Wolken.
  • Carnet Vevey–Lausanne, Doppelseite: gelbe Schraffuren als Himmel über einer grünen Berglinie.
  • Carnet Vevey–Lausanne, Seite: ein schwarzer, gepunkteter Berg vor flächigem blauem Himmel.
  • Carnet Vevey–Lausanne, Seite: ein dunkelgrüner Berg in grobem Raster auf Weiss.

Carnet d'artiste: Vevey–Lausanne, 2025–2026Leporello

Über die Künstlerin

María José Concha Sahli (geb. 1979 in Coya, Chile) ist eine chilenisch-schweizerische Malerin und lebt in Vevey. Seit über zwanzig Jahren bündelt sich ihr Werk in einer einzigen Forschungslinie, Geografía de Color. Ihre Gemälde wurden in Chile, den Vereinigten Staaten, dem Vereinigten Königreich und der Schweiz ausgestellt.

María José Concha Sahli painting by the lake

Kontakt

Atelier
Vevey, Schweiz
Vertreten durch
Decorazon Gallery USA/UK